Das Citybound-Projekt geht in die nächste Runde!

Nach einer zweijährigen Pause geht das gemeinsame Projekt von elan e.V. und dem Landesfilmdienst Thüringen e.V. in die nächste Runde. Auch dieses Jahr werden sechs Erfurt-Neulinge mit Wurzeln in Afghanistan die Stadt auf kreative Art und Weise kennenlernen. Das große Ziel des Projektes ist es, die Teilnehmenden auf die Durchführung einer ganz eigenen, persönlichen Stadtführung vorzubereiten.
Tag 1 – 09.06.2022
Wir lernen uns kennen
Der erste Tag unseres Projektes begann im Brühler Garten mit perfektem Gute-Laune-Wetter! Nach einer ersten Begrüßungsrunde haben wir uns die Zeit genommen, um uns kennenzulernen und ein wenig mehr übereinander und unsere Reise nach Erfurt zu erfahren. Gemeinsam haben wir den Wunsch die Stadt und seine schönen Ecken noch besser kennenzulernen und mit (fremden) Leuten ins Gespräch zu kommen.

Die Kameraeinführung
Um die Erkundung von Erfurt festhalten zu können, gibt es nichts besseres als ein paar Schnappschüsse! Deswegen haben wir die Spiegelreflexkameras, die im Rahmen des Projektes zur Verfügung gestellt wurden, in Ruhe ausprobiert. Nach einer kurzen technischen Einführung folgte auch ein Training über die verschiedenen Perspektiven und Einstellungsgrößen, die man beim fotografieren beachten sollte.





Pittiplatsch und Freunde
Gegen Mittag ging es dann endlich los in die Erfurter Innenstadt. Die Aufgabe: Nach seltsamen, bunten Figuren mit verrückten Namen suchen, die überall in der Altstadt verteilt sind. Dabei gab es nur ein Foto als Hilfestellung! Nur durch Nachfragen mussten die Figuren gefunden werden. Google Maps und das Internet waren strikt verboten! Doch das alles war gar kein Problem. Nach kürzester Zeit wurden die Figuren gefunden. Doch dann folgte gleich die nächste Challenge: Bis zu fünf fremde Leute ansprechen und sie überreden ein gemeinsames Gruppenfoto aufzunehmen. Doch auch diese Challenge wurde erfolgreich abgeschlossen!


Tag 2 – 10.06.2022
Warm Up und Interviewtraining
Auch der zweite Projekttag begann bei sonnigem Wetter im Brühler Garten mit einer Runde des Spiels „Zip-Zap-Boing“, bei dem viel gelacht wurde. Danach haben wir uns in Zweier-Gruppen aufgeteilt und uns gegenseitig Fragen gestellt: „Wie geht es dir heute?“, „Was hast du gestern Nachmittag gemacht“? und „Was hat dir am Projekttag gestern am meisten Spaß gemacht?“. Die Antworten unseres Gegenübers mussten wir uns gut merken, denn anschließend sollte jeder den Anderen in der großen Runde vorstellen. Diese Aufgabe war ein gutes Warm-Up für den nächsten Tagespunkt: Das Interviewtraining. Hierfür lernten die Teilnehmenden mit einem Stativ umzugehen und welche Fragen man Passanten und Passantinnen stellen könnte …



Interviews in der Erfurter Innenstadt
… das Interviewtraining wurde natürlich nicht ohne Grund durchgeführt! Gegen Mittag wurde nämlich die nächste Tageschallenge aufgegeben, welche lautete: Führt Interviews mit Passanten und Passantinnen in der Erfurter Innenstadt durch und befragt sie nach ihren Lieblingsorten zur Freizeitgestaltung und Entspannung sowie nach den besten Imbissen und Snacks, welche die Thüringer Hauptstadt zu bieten hat. Tatsächlich fanden die Teilnehmenden viele Freiwillige, welche ihre Tipps weitergaben! In der nächsten Woche soll das Ziel sein, diese Geheimtipps persönlich auszuprobieren und somit vielleicht einige neue Lieblingsorte in Erfurt kennenzulernen.
Tag 3 – 16.06.2022
Warm-Up
Der dritte Projekttag begann auf dem Hof zwischen den Büroräumen des elan e.V.s und des Landesfilmdienstes. Dabei war Konzentration und Sportlichkeit gefragt!

Videoschnitt und Recherche

Weiter ging es in den Räumen des Landesfilmdienstes. Zunächst wurden die Interviews, welche am zweiten Projekttag gedreht wurden, noch einmal gesichtet. Dabei haben wir uns die besten Geheimtipps der befragten Erfurter und Erfurterinnen herausgeschrieben. Diese Orte sollen auch die Anlaufpunkte für die Stadtführung sein, welche morgen an Tag 4 durchgeführt werden soll. Um gut informiert zu sein, setzten wir uns vor die Laptops und recherchierten interessante Informationen über die Orte. Zudem wurden die Interviews mit Hilfe eines Videoschnittprogrammes zusammengeschnitten.
Tag 4 – 17.06.2022
Die Stadtführung
Dank der guten Vorbereitung gestern, starteten wir den Tag motiviert und voller Vorfreude. Zunächst führte unser Weg vom elan e.V. bzw. vom Landesfilmdienst Richtung Zentrum.

Die Staatskanzlei
Das erste Ziel unserer gemeinsamen Stadtführung war die Staatskanzlei am Erfurter Hirschgarten. Dabei haben wir gelernt, dass das Gebäude auch „Kurmainzische Statthalterei“ genannt wird – ganz schön schwieriges Wort. Außerdem sollen sich vor über 200 Jahren hier schon Napoleon und Goethe getroffen haben!


Der Erfurter Dom


Über die idyllische „Lange Brücke“ ging es weiter Richtung Domplatz. 70 Stufen führten uns nach oben zu dem 1370 n. Chr. gebauten St. Marien Dom. Wir lernten, dass die Erfurter Gloriosa-Glocke nicht nur die größte freischwingende, mittelalterliche Glocke der Welt ist, sondern sich auch den Namen mit einer Blume teilt. Im Dom waren wir beeindruckt von der Ruhe und der imposanten Kunst.
Der Petersberg und die Zitadelle
Als nächstes ging es die Stufen nach oben zum Petersberg. Am Klimapavillion vorbei führte unser Weg direkt zu der Schaukel, von der aus man einen fantastischen Blick über Erfurt hat.


Anschließend umrundeten wir die Zitadelle und gelangten zu der neuen Aussichtsplattform, welche im Zuge der Bauarbeiten für die BUGA (Bundesgartenschau) letztes Jahr errichtet wurde. Auch von hier hatte man einen tollen Blick auf die Thüringer Landeshauptstadt.


Der Fischmarkt und das Rathaus
Für den Abstieg vom Petersberg nahmen wir dieses Mal den neuen Aufzug. Danach ging es zurück über den Domplatz und in Richtung Fischmarkt. Dort erhielten wir spannende Informationen. Wusstet ihr zum Beispiel, dass sich oben rechts am Rathaus eine Statue von Martin Luther befindet?

Die Krämerbrücke


Wenige Schritte entfernt, wartete das nächste Ziel auf uns: Die berühmte Erfurter Krämerbrücke! Tatsächlich findet genau dieses Wochenende sogar das Krämerbrückenfest statt. Deswegen waren um die Brücke herum viele Stände aufgebaut. Davon haben wir uns aber nicht ablenken lassen – stattdessen bewunderten wir Schneewittchen und die sieben Zwerge, welche auf der Brücke in einem kleinen mechanischen Holzpuppentheater präsentiert wurden. Zudem bestaunten wir die kreative und bunte Dekoration der Brücke. Auf Grund zahlreicher Brände in der Vergangenheit besteht die ehemalig hölzerne Händlerbrücke übrigens nun größtenteils aus Stein.

Der Wenigemarkt
Einen weiteren Stopp gab es am Brunnen der raufenden Knaben, welcher tatsächlich erst seit 1990 dort steht. Der Marktplatz an sich wurde hingegen bereits 1217 n. Chr. erstmals urkundlich erwähnt. Der Name des Platzes leitet sich davon ab, dass im Gegensatz zum riesigen Markt am Domplatz „weniger“ Händler auf diesem Markt ihre Waren anbieten konnten.

Pause beim Goldhelm Eiskrämer
Gegen 12.30 Uhr war es dann aber wirklich an der Zeit für eine kurze Verschnaufpause. Zum Glück war der beliebte Erfurter Eisladen Goldhelm nicht weit! Wir haben es uns deswegen an der Gera gemütlich gemacht und die leckeren Eissorten ausprobiert.

Der Klein-Venedig-Park

Ein Stücken Italien fanden wir nach unserer Pause im Klein-Venedig Park. Wir lernten, dass sich die Gera in diesem Park in zwei Flüssen zerteilt: Die wilde Gera und die schmale Gera. Der schöne Park ist auch unter Erfurtern und Erfurterinnen sehr beliebt. Vor allem abends und am Wochenende dient der Park als Treffpunkt für viele junge Leute.
Der Nordpark
Der Gera weiter folgend erreichten wir das vorletzte Ziel unserer Stadtführung: Den Nordpark. Auch hier ist auf Grund der BUGA-Bauarbeiten viel Neues entstanden. Zum Beispiel findet man hier nun einen Skatepark, einen abenteuerlichen Spielplatz sowie viele schöne Blumenbeete. Auch Grillplätze sind hier von der Stadt zur Verfügung gestellt. Wer sich an einem heißen Erfurter-Sommertag erfrischen möchte, kann im Nordpark sogar ein Freibad finden.

Zielpunkt: Tutkus Bistro
Vom Nordpark ging es weiter zur Magdeburger Allee. Dort wartete das Ziel unserer Stadtführung auf uns: Das Tutkus Bistro, welches uns am zweiten Projekttag von einer Passantin wärmstens empfohlen wurde. Ob das Essen dort tatsächlich so gut schmeckt, wollten wir direkt selber ausprobieren. Und wir wurden nicht enttäuscht: Nach dem langen Weg haben wir es uns schön schmecken lassen.

